Meine Vision für Deutschland

Immer wieder höre und lese ich in letzter Zeit, dass junge Menschen mit psychischen Problemen insbesondere im Alltag unter den Folgen leiden. Aus einer kürzlich veröffentlichten Studie der Barmer Ersatzkasse geht hervor, dass die Anzahl seelischer Krankheiten wie Depressionen, Angststörungen, Panikattacken etc. bei jungen Menschen, explizit bei Studenten und angehenden Akademikern, in den kommenden Jahren sogar noch steigen wird. Der Vorstandsvorsitzende Christoph Straub hat hierzu entsprechende Zahlen und Fakten vorgelegt.

Für mich allerdings ist die neue Statistik keine neue Hiobsbotschaft mehr, da es bereits zu meiner Zeit als Kind und Jugendlicher etliche Betroffene im eigenen Freundeskreis gab, die Symptome der oben beschriebenen Krankheiten zeigten, aber niemand sprach darüber. Ich spreche hier von Ritzwunden bei Mädchen oder dem Konsum von Drogen bei Jungen. Auch ich war litt einst an emotionalen Verletzungen und schwieg bewusst darüber; zum einen aus Scham und zum anderen, um die Maske der „Coolness“ aufrechtzuerhalten. Das Thema der verletzten Seele bei Frauen und Männern wird in der stetig steigenden Leistungsgesellschaft auch heute noch totgeschwiegen. Dies fängt bereits in jungen Jahren in der Schule an, nistet sich unbewusst ein und festigt sich im Erwachsenenalter, ohne dass die Betroffenen sich dessen bewusst sind. Wer im Rennen nicht mit dabei ist, der verliert; so lautet die Formel, nach der die meisten Menschen das Wohl der Seele schnell außer Acht lassen. Dies ist kein Vorwurf, sondern das Ergebnis meiner Beobachtungen. Allerdings kann man im Wettbewerb mit anderen nur dann eine gute Leistung erbringen, wenn auch die innere Balance stimmt. Ansonsten meldet sich eines Tages die Seele mit einem Notruf, der dann von Ärzten und Therapeuten wie oben erwähnt betitelt wird.

Denken wir zurück an das Jahr 2002, nämlich an den Amoklauf auf das Gutenberg Gymnasium in Erfurt durch Robert S. Oder erinnern wir uns an das Jahr 2015 und den Flugzeugabsturz der Germanwings Linie 4U-9525 durch den Co-Piloten Andreas L. Nicht zu vergessen das Jahr 2016 und der Amoklauf von München durch David S. Bei allen drei Attentätern ging es um verletzte Gefühle und nicht verarbeitete Emotionen, welche jeweils in eine Depression mündeten, die unterschiedlich ausgeprägt zum Ausbruch kam.

Ich war fünfzehn Jahre alt, als ich vor dem Fernseher saß und von dem Massaker im Gutenberg Gymnasium erfuhr. Damals stellte ich mir die Frage, wie so etwas in Deutschland passieren kann und warum der neunzehnjährige Robert so gehandelt hat. Die Frage beschäftigte mich jahrelang, bis ich zu der Erkenntnis gelangte, dass auch ich einst ein Opfer unterdrückter Gefühle gewesen war, als ich nämlich das Chaos, das in meinem Zuhause herrschte, mit mir selbst ausmachte, anstatt mit jemandem darüber zu sprechen. Dieses Unterdrücken meiner Gefühle führte dazu, dass ich lange Zeit sehr aggressiv war und die Ursache meiner Aggression nicht kannte.

Um dem Wandel entgegenzuwirken, begann ich mit meiner Arbeit der Identitätsfindung an Schulen. Meine Vision für Deutschland ist es, so vielen jungen Menschen wie möglich ein emotionales Grundhandwerkszeug mitzugeben, auf das sie jederzeit zurückgreifen können, wenn eines Tages ihre Seele schmerzen sollte. Und dass es keine Amokläufe mehr an deutschen Schulen gibt! Um eine verständliche, moderne Sprache zu wählen, habe ich beschlossen, den Schülern einen Einblick in meine verletzte Seele als Kind, Jugendlicher und späterer Erwachsener zu geben und wie ich es geschafft habe, mich aus dem Strudel der verletzten Gefühle zu befreien und diese zu heilen. Die Schüler sollen sehen und erkennen, dass es nicht falsch ist, wenn man zu seinen Gefühlen steht, anstatt sie zu unterdrücken. Ich behaupte nämlich als ehemaliger Betroffener, dass die Entstehung und Entwicklung von emotionalen Verletzungen frühzeitig verhindert werden kann.

Erfahrungsbericht – Zur Lesung mit Vortrag und Diskussion

Dankbar die Aktion „Wohnzimmerlesung“ von Autorenhelfen in Kooperation mit DocMobile e.V. unterstützt zu haben. 
 
Wohnzimmerlesung mit Deva Manick – Ein Erfahrungsbericht
 
Wenige Tage vor Weihnachten hörte ich in der Bücherzeit des Deutschlandfunk von der Initiative „Autoren helfen“ und der Möglichkeit gegen eine Spende eine Wohnzimmerlesung verschenken zu können. Menschen helfen und ein einzigartiges Geschenk verschenken – eine wunderbare Kombination.
 
Ganz beeindruckt von der Vielzahl von Autoren, die ihre Zeit schenken und mitmachen, war schnell Deva Manick gefunden, dessen Buch „Im Glashaus gefangen zwischen Welten – Ein Leben zwischen zwei Kulturen“, nicht nur ein Bezug zu aktuellen Themen, sondern auch viele neue Einblicke versprach. Dass mit der Wohnzimmerlesung nicht nur die direkt Beschenkten, sondern auch eingeladene Freunde beschenkt werden konnten, ein weiterer schöner Aspekt.
 
Mit einer Email an „Autoren helfen“ angefragt, hat sich Deva Manick schon kurze Zeit später telefonisch gemeldet und nach einem sehr freundlichen Gespräch die Lesung zugesagt. Nachdem ein passender Termin gefunden war, konnten Freunde eingeladen und der Abend der Lesung geplant werden.
 
Den Ablauf stellten wir uns so vor, dass der Autor verschiedene Abschnitte aus seinem Buch vorliest und im Anschluss kurz über die Entstehung und den Prozess des Schreibens spricht. In einem letzten Gespräch vor der Lesung klärte uns der Autor auf, dass es keine klassische Lesung wird. Eine Mischung aus Lesung, freiem Sprechen, Einspielung von Musik und anschließender Diskussion würde uns erwarten. Welch spannende Aussicht.
 
Durch die offene, herzliche und einnehmende Art des Autors ergaben sich bereits vor Beginn der Lesung die ersten guten Gespräche und so erwarteten wir mit rund 30 Gästen mit Spannung den Beginn.
 
Die Lesung stand unter der Frage „Wer bin ich wirklich“. Eine Frage, die sich sicherlich nicht nur Menschen stellen, die zwischen zwei Kulturen aufwachsen. So ein Gast der Lesung: „Auch mit 80 Jahren stelle ich mir diese Frage noch.“
 
Bereits den Einstieg in die Lesung gestaltete Deva Manick so eindrücklich, dass es ihm gelang uns von der ersten Minute an in seinen Bann zu ziehen.
 
Die Abwechslung von Lesen und freiem Sprechen ließen den Inhalt lebendig werden. Die gelesenen Abschnitte des Buches wurden durch die persönlichen Erzählungen klarer und eindringlicher. Es wurde sehr deutlich, der Autor liest keine Geschichte, er erzählt uns aus seinem Leben. Auch die schwierigsten Zeiten sparte er dabei nicht aus.
Mit diesem Blick in seine Geschichte gibt er uns die Möglichkeit zu verstehen welchen Konflikten er als Mensch, der zwischen zwei Kulturen aufwuchs, ausgesetzt ist und wie dies sein Handeln beeinflusst. Diese Einblicke sind echt, nah, erschütternd und extrem authentisch.
 
Inspirierend und motivierend leitete er in den letzten Teil der Lesung. Deva Manick beschreibt uns, wie er trotz schwieriger Voraussetzungen seinen eigenen Weg in ein selbstbestimmtes Leben gefunden hat. Damit macht er nicht nur Menschen mit ähnlicher Biographie Mut, sondern jedem der eine schwierige Lebensphase durchquert.
 
In der anschließenden Diskussion wird deutlich, dass sich viele in einzelnen Situationen wiedererkennen, etwa in der Beschreibung der Erwartungen der Eltern an die eigenen Kinder. Auch mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen sind wir uns in vielen Erfahrungen nicht fremd.
 
Wir haben an diesem Abend einen tiefen, sehr privaten Einblick bekommen, mit Eindrücken, die sonst im verborgenen bleiben. Mit Deva Manicks Blick hinter die Kulissen müssen wir eigene Einschätzungen und Urteile neu überdenken und anerkennen welche Herausforderungen es für Menschen bedeutet, die zwischen zwei Kulturen aufwachsen. Viele haben Gespräche über den Abend der Lesung hinaus mit nach hause genommen.
 
Die Lesung hat unsere Erwartungen weit übertroffen und uns auf vielfältige Weise bereichert. Wir hoffen, dass die Aktion weitergeht und viele Menschen eine Wohnzimmerlesung erleben können.
 
Unser besonderer Dank geht an Deva Manick, der die Spende an Doc Mobile e.V. möglich gemacht hat, indem er uns seine Zeit für eine Wohnzimmerlesung geschenkt hat. Darüber hinaus den Weg nach Aachen auf sich genommen und in einer sehr eindrucksvollen Weise von seinen ganz persönlichen Erfahrungen berichtet hat. Wir werden die Lesung noch lange in Erinnerung behalten.
 

Ein herzliches Dankeschön richtet sich auch an das Team von „Autoren helfen“, die dieses Geschenk erst ermöglicht haben. Wir sind wirklich beschenkt worden.

Familie Thoren, Aachen

Programm mit Klavier

Thema: Identitätsreise– „Wer bin ich wirklich?”, wenn man in der Kindheit und Jugend zerissen ist
Stil: Vortrag mit Lesung | Klavier und Diskussion
Klavier: In Begleitung der neuseeländischen renommierten Pianistin Deborah Rawlings, erhält die Lesung klassische Klänge für die Sinne. Anbei ein Auszug aus den Stücken:
Waiting for the Aeroplane-J. Psathas
wasserklavier – L. Berio
Novelette Nr. 3 in e-moll – F. Poulenc
Bagatelle in h-moll, Op. 126 Nr. 4 – L. van Beethoven
Etüde in f-moll, Op. 10 Nr. 9 – F. Chopin
Aufschwung, Op. 12 Nr. 2 – R. Schumann

Der Vortrag beginnt mit dem Einstieg in meinen damaligen Status als „Rüpelschüler“. Anschließend werde ich mich chronologisch durch meine Jugend bis zum Erwachsenenalter vorarbeiten und dabei in den Fokus stellen, welche Hürden ich überwinden musste, um letztendlich meine Ziele zu erreichen. Hierzu werden als Belege Passagen aus dem Kapitel vorgelesen.

Aus der Sicht eines Betroffenen erhalten die Zuhörer einen Einblick in die Seele eines ehemaligen Betroffenen, der einst zwischen den Welten wanderte.

Für Anfragen in Begleitung mit Klavier mit der Pianistin Deborah Rawlings, bitten wir um einen Voraus von min. 8 Wochen.
Gespielt kann ausschließlich auf einem Flügel – Kein E-Piano.
Kontakt: info@imglashaus.com

Identitätsreise: „Wer bin ich wirklich?“

Thema: Identitätsreise– „Wer bin ich wirklich?”, wenn man in der Kindheit und Jugend zerrissen ist
Stil: Vortrag mit Lesung und Diskussion
Trailer: Zu Beginn läuft ein kurzes Video (1 Minute). Hierzu wäre ein Projektor in der Aula notwendig.
Musik: Mit einem MP3 Musiktitel (technische Voraussetzung vorausgesetzt) erfolgt die Einbindung von musikalischen Sequenzen, um das gesprochene Wort mit Klängen wirken zu lassen.

Zeit:              90 Minuten|  60 Minuten Vortrag | 30 Minuten Offene Fragerunde
Klassen:       8 – 13
Zielgruppe: Berufsbildende Schule | Gesamtschule | Gymnasium | Hauptschule | Realschule |
Größe:         100 – 200 Schüler pro Veranstaltung | Mehrere Lesungen an einem Tag möglich (Sonderkondition!) |

Kontakt: Schreiben Sie mir hierzu eine Mail mit einem Terminvorschlag und der Gruppengröße. Bitte beachten Sie, dass eine Buchung mindestens 6 Wochen vor geplanten Termin geprüft werden kann. Es können auch zwei Veranstaltungen an einem Tag gemacht werden z.B. für zwei Jahrgangsstufen oder mehr.

Mail:           info@imglashaus.com oder 0221 42330279

Der Vortrag arbeitet sich chronologisch durch meine Jugend bis zum Erwachsenenalter und dabei ist im Fokus, welche Hürden ich überwinden musste, um letztendlich meine Ziele zu erreichen. Hierzu werden als Belege Passagen aus dem Kapitel vorgelesen.

Aus der Sicht eines Betroffenen erhalten die Schülerinnen und Schüler ein „Grundhandwerkzeug“, mit dem sie ihre emotionale Welt in Zeiten der inneren Verletzung selbst bearbeiten können, was ihnen den Vorteil erschafft, nicht so schnell anfällig für psychische Krankheiten zu werden.

Aspekte, wie der Umgang mit Mobbing, Verletzungen in der Kindheit (Schulzeit), Gruppenzwang sind ebenfalls eines der Kernpunkte im Laufe der Lesung mit Vortrag.

 

Hier einige Fragen, die immer wieder gestellt werden:

Wie beginnt das Programm der Identitätsreise?
Der Einstieg erfolgt mit einem Trailervideo, der 1 Minute lang ist. Danach erfolgt eine rhetorische Frage zusammen mit der Maske in der Hand. Mit diesem pädagogischen Trick schaffe ich es, dass mir alle Schüler bis zum Ende aufmerksam zuhören. Ich trage im Freien vor und beziehe die Schüler in der anschliessenden Diskussionsrunde mit ein, wo sie die Möglichkeit bekommen ohne Angst ihre Fragen stellen zu können, die sie bewegen.

Für welches Alter ist das Programm bestimmt, wie lange dauert eine Veranstaltung und wie viele Schüler können daran teilnehmen?
Das Programm ist für Schüler ab der Jahrgangsstufe 9 und aufwärts geeignet. Das Programm dauert inklusive der Frage- und Diskussionsrunde 90 Minuten. Pro Veranstaltung können 100 bis 200 Schüler teilnehmen. Es besteht auch die Möglichkeit mehrere Veranstaltungen an einem Tag zu machen.

Wie könnte das Programm in der Schule ablaufen?
Dies könnte wie folgt aussehen: Die erste Veranstaltung findet um 9 Uhr für die Neuntklässler statt. Um 10:45 Uhr schließt sich die zweite Veranstaltung für die Schüler der 10 Klasse an. Die dritte Veranstaltung beginnt um 12:30 Uhr oder 13:15 Uhr für die Oberstufe. Dieser Zeitplan hat sich an größeren Schulen bewährt. An kleineren Schulen empfiehlt es sich, mehrere Jahrgänge zusammenzufassen.

Was ist zu berücksichtigen?
Der Erfolg einer Veranstaltung hängt auch vom Raum ab. Deshalb ist es wichtig, dass es ein großer Raum ist – nach Möglichkeit in der Aula oder Mehrzweckhalle mit technischen Voraussetzungen – und dass alle Schüler auf Stühlen oder Bänken sitzen. Kein Klassenraum. Hintergrund ist, dass sich die Schüler erfahrungsgemäß erst dann emotional öffnen können, wenn die Atmosphäre im Raum stimmt.

Zusatzpaket Workshop I & II:
Ein neuer Workshop ist seit 2019 ein weiterer Bestandteil des Programms. Mit dem Intensivworkshop wird in einer Gruppe von 10-20 Schülern die emotionalen Themen weiter vertieft und behandelt. Der Workshop ist eine Zusatzoption, der im Anschluss dazu gebucht werden kann.

„Angstfrei reden“ ist ein Programmunabhängiger zweiter Workshop, der Schülern hilft ihre Gefühle und Gedanken ohne Blockaden Erwachsenen gegenüber mitteilen zu können. Weitere Informationen auf Anfrage (Infomaterial).

Auszug aus Kundenstimmen:

„Herr Deva Manik verkörpert das, was mit Recht als eine resiliente Person bezeichnet werden kann. Die Mischung aus ergreifender Lesung, biografischer Authentizität und fachorientierter Diskussion läßt für unsere Studierenden der Sozialen Arbeit und Kindheitspädagogik Theorie lebendig werden, eröffnet autobiografische Perspektiven und fördert so einen pädagogischen Optimismus, der allen zu wünschen ist.“ Prof.Dr.Obermaier, Köln

 

 

„Lieber Deva, verbunden mit den besten Wünschen für das Jahr 2017, möchte ich mich nochmals für deine beeindruckende Lesung bedanken, deren Gast ich sein durfte.“ Wolfgang Schoch, Schuldirektor, Hilden

„Auch wir bedanken uns ganz herzlich bei Dir für den tollen Abend. Es war eine sehr austauschreiche und von unserer Seite aus auf jeden Fall eine erfolgreiche Lesung und Diskussion.“ Ment4You Team Münster

 

 

„Ich habe den Auftakt der Veranstaltung noch mitbekommen und fand die Mischung aus Erzählung und Lesung sehr erfrischend. Frau M. von der Schule hat mir letzte Woche noch zurückgemeldet, dass Sie Schüler aus der Reserve gelockt haben,von denen man sonst nicht viel hört.“ 

 

 

„Es ist unglaublich, wie Sie es schaffen in Ihrer Lesung und Diskussion von 90 Minuten, die Schüler so zu begeistern, dass sie ruhig und konzentriert zu hören.“

 

 

 

„Obwohl es eigentlich total logisch ist, dass man nur glücklich wird, wenn man zu dem steht, wie man ist oder was man macht bzw. machen möchte, passiert es immer wieder, dass man so handelt, wie es die Familie oder Gesellschaft von einem erwartet oder dass mich sich vor anderen verstellt. Ich fand es sehr gut, dass Deva Manick uns dies wieder ins Gewissen rief, indem er seine komplizierte Lebensgeschichte erzählte. Viele der genannten Punkte konnte ich gut nachvollziehen und andere konnten das, glaube ich, auch. Ich bin mir sicher, dass es vielen hilft, wenn man weiß, dass man mit seinen Problemen nicht alleine ist und einem die einfachste Lösung vorgezeigt wird: Einfach so sein, wie man sein möchte.
Mich hat der Vortrag zum Nachdenken angeregt.“ Schülerin aus der Jahrgangsstufe 10

„Wir haben an diesem Abend einen tiefen, sehr privaten Einblick bekommen, mit Eindrücken, die sonst im verborgenen bleiben. Mit Deva Manicks Blick hinter die Kulissen müssen wir eigene Einschätzungen und Urteile neu überdenken und anerkennen welche Herausforderungen es für Menschen bedeutet, die zwischen zwei Kulturen aufwachsen. Die Lesung hat unsere Erwartungen weit übertroffen und uns auf vielfältige Weise bereichert.“ Spendenaktion Doc Mobile e.V., Familie Th. aus Aachen

„Lieber Herr Manick, Sie waren wunderbar – ich habe Ihre Lesung sehr genossen.
Mit herzlichen Grüßen “Dr. Matthiesen, Leiterin Bildung WEICHENSTELLUNG

 

„Deva Manick bot mit seinen sechs Lesungen im Landkreis und in der Stadt Hof sehr persönliche Einblicke in sein Leben und das einer Einwanderungsfamilie. Er scheute nicht davor zurück, über Gewalt in der Familie, Ausgrenzung, Mobbing und Rassismus zu sprechen. Zugleich zeigte er aber auch Lösungsstrategien auf, die seine Geschichte zu einem positiven Identifikationsbeispiel für junge Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte im Hofer Land machte.“  Dr.Franziska Tauber, Fachstelle gegen Rechtsextremismus (Demokratie leben!), Hof

 

 

 

                                                                 Ratingen. Das Heim, wo ich einst zur Welt kam und  meine Kindheit verbrachte.

 

Der Teufelskreis

Bereits vor meiner Geburt war meine Mutter depressiv, was auf das verschleppte Kriegstrauma zurückzuführen war. Eine Diagnose, die weder die Kinder noch jemals irgendwelche anderen Familienmitglieder gesehen haben. Geschweige denn, dass meiner Mutter einsichtig gewesen wäre, denn sie lebte in ihrer verschlossenen Welt. So waren ihre unkontrollierten Gefühlsausbrüche während der Erziehung eine natürlich Folge ihrer Krankheit. All dies verstand und sah ich erst, nachdem ich mich ausführlich dem Glashaus gewidmet hatte und mit meinen Forschungen im Leben zwischen den Welten begann.

Eine kleine Brücke zum Erscheinungsjahr 2012 der Erstauflage meines Buches: In Bayern wurde in einer wissenschaftlichen Studie belegt, dass ein Drittel aller Flüchtlinge unter psychosomatischen Krankheiten leidet und dass dieser Wert im Vergleich zur deutschen Bevölkerung weitaus höher liegt. Die Studie ist zu dem gleichen Schluss gekommen, wie damals und auch heute noch meine Erfahrungen zeigen, die ich während meiner Zeit als Flüchtlingsbetreuer und Leiter einer Notunterkunft gemacht habe. 2012 war dieses Thema in der Öffentlichkeit noch lange nicht so brisant wie heute.

Was ich wiedererkenne, ist das sogenannte „Hamsterrad“ oder auch den „Teufelskreislauf“ – nennen Sie es, wie Sie es wollen. Tatsache ist, dass die heute ankommenden Flüchtlinge einen erheblichen Teil an verletzten Emotionen mit sich tragen, ohne aktiv in irgendeiner Behandlung zu sein.

Die im Folgenden wiedergegebene Begegnung mit einer Frau aus Syrien spiegeln ihren seelischen Zustand wider: Im Rahmen eines Autorentreffens saß eine sehr energiegeladene Frau – lassen wir sie Mitte vierzig sein –, die dem Moderator in fast jeden dritten Satz hineinsprang. Als ich mit meinem Part fertig war und mit ihr ins Gespräch kam, sagte sie unter anderem: „Die Deutschen sind so nett. Sie tun alles, aber sie können nicht mein Herz berühren. … In meiner Heimat hatte ich ein riesengroßes Haus mit vierhundert Quadratmetern und zwei Autos, und hier bin ich nur eine Nummer.“

Auf die Frage, ob sie nicht in eine Therapie gehen wolle, erntete ich zunächst einen ernsten Gesichtsausdruck und den Mittelfinger als Protestreaktion. Dann tippte sich die Frau mit ihrem Zeigefinger an die Stirn und unterstrich ihr „Nein“ mit folgenden Worten: „Eine Therapie? Ich bin doch nicht verrückt. Ich brauche jemanden, der mein Herz berührt …“

So kann ich mich an dieser Stelle auch an eine Situation aus der Notunterkunft erinnern, in der ein älterer Mann, der allein nach Deutschland gekommen war, eines Abends versuchte, sich das Leben zu nehmen. Dieser Mann hatte die Foltermethoden in seiner Heimat am eigenen Leib erfahren und konnte die erlebten Qualen nicht mehr verarbeiten. Als ich davon erfuhr, ließ ich ihn sofort in die nächste Klinik einliefern. Einer von vielen hunderttausenden Fällen mit dem Unterschied, dass seine Probleme aufgrund seines Verhaltens rechtzeitig ans Tageslicht kamen. Doch wie viele Betroffene verhalten sich still, während ihr Innerstes längst zerstört ist?

Häufig wurde ich während meiner Zeit als Betreuer Zeuge, wie traumatisierte Eltern ihre Wut an ihren Nachwuchs weitergaben. In dem Moment des unkontrollierten Gefühlsausbruchs dienten ihnen ihre Kinder als eine Art Ventil. In dem Kapitel „Die traumatisierten Eltern“ meines Buches habe ich mich diesem Teil des Themas gewidmet.

Unabhängig vom kulturellen Hintergrund suchen Therapiebedürftige nach Gründen, um sich mit Ausreden gegen eine Therapie zu stellen, weil sie der Meinung sind, dass ein Therapeut ihnen nicht helfen kann. Den gleichen Standpunkt vertrat auch meine Mutter, obwohl ihr eine Therapie vermutlich gutgetan hätte, so wie diese vielen Menschen, die heute in unser Land kommen, guttun würde.

Mein Mutter stellte Psychotherapie mit „Verrücktheit“ gleich – ein absolutes Tabuthema. Selbst in der hiesigen Gesellschaft geht niemand offiziell zum Therapeuten, und das, obwohl die Praxen rappelvoll sind. Es bleibt wohl ein ewiges Geheimnis, wie so etwas möglich ist.

Die Verantwortung bei der Politik zu suchen, ist der falsche Ansatz. Denn zwingen kann man die betroffenen therapiebedürftigen Flüchtlinge nicht. Vielmehr muss ein Sammelraum geschaffen werden, in dem traumatisierte Menschen über das sprechen können, was ihnen widerfahren ist. Andernfalls dreht sich das Hamsterrad wie vor dreißig, vierzig, fünfzig Jahren weiter und die Menschen sind schnell wieder in ihrem eigenen „Glashaus“ gefangen und leben mit diesem weiter. Die Folge ist die Weitergabe der Traumaerfahrung an die eigenen Kinder, was letztendlich eine mögliche Isolation von der Gesellschaft zur Folge haben könnte. Der Nährboden für die Entstehung einer neuen Parallelgesellschaft wäre somit gegeben.

 

Quelle: Spiegel Online
Bilder: pixabay

 

Mädchen Prügeln Sich

In der Nacht vom 12.08.2017 sind am Düsseldorfer Hauptbahnhof zwei minderjährige Mädchen im Alter von 13 und 14 Jahren auf zwei 17-jährige Mädchen losgegangen und haben sie geschlagen. Die Hintergründe der Tat sind noch unbekannt. Tatsache ist aber, dass die Angreiferinnen jünger waren als die Opfer. Und diesmal Mädchen!

So etwas ist in den letzten Jahren keine Seltenheit mehr. Immer mehr Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren neigen zu Gewalttaten, und die Hemmschwelle, diese Option in Betracht zu ziehen, sinkt. Das Phänomen „Massenschlägereien“ auf Schulhöfen belegt dies.
Ich sehe darin eine die Folge angestauter Emotionen, die Jugendliche nicht verarbeiten, da sie es weder in der Schule noch im späteren im Studentenleben lernen. Die Folge ist ein Gefühlsdamm, der sich mit der Zeit füllt und eines Tages ohne Vorankündigung in Form von psychischen Krankheiten wie Depressionen und Burnout oder auch in körperlichen Aggressionen gegenüber der Umwelt zum Ausbruch kommt.
Die Lösung hierfür wäre, dass Jugendliche bereits während der Pubertät darauf sensibilisiert werden, mit verletzten Emotionen umzugehen, damit diese sich nicht anstauen. Vor allem der Aspekt „Wie gehe ich als junger Mensch damit um, wenn ich bedroht werde?“ ist dabei wichtig, damit die Situation frühzeitig erkannt und entsprechend gehandelt werden kann.

Quelle: www.focus.de/düsseldorf
Bild:     www.pexels.com

UNICEF Studie – Deutsche Jugendliche sind Unzufrieden

Diese Meldung ist das Resultat einer digitalen Zeit, in der wir ausschließlich leben, wo fast jeder Mensch mit sich und seiner Arbeit beschäftigt ist und keinen natürlichen Ausgleich zu seinem stressigen Alltag mehr hat. Die heutige Jugend weiss, dass sie den enorm großen Anforderungen der Erwachsenen nicht mehr nachkommen kann, so flüchten sie schnell in die ihre bekannte Welt – Internet, Soziale Netzwerke, Fernsehen etc, dabei bleibt die innere Wunde unbehandelt und weiter bestehen. Weder die Eltern noch die Lehrer bekommen in Wirklichkeit etwas von dem Leid der Kinder etwas mit, denn sie selber befinden sich im Stress Modus, der sie Immun macht für die Empfindsamkeit von jungen Menschen.

Grund hierfür ist der Zeitmangel und die ständige Erreichbarkeit des Arbeitsgebers.Gerade Kinder brauchen in ihrer ersten Entwicklungsphase bishin zum Übergang zur Pubertät ein Vorbild und dieser Funktion sollten Eltern nachkommen. Fehlt diese Vorbildfunktion, so ziehen sich die Kinder innerlich verletzt zurück und die Entwicklung kommt zu einem Stillstand. Nach einigen Jahren wundern sich oft manche Eltern, warum sie ihr Kind nicht mehr erreichen können. Der Grund ist hierfür meist in der Kindheit zurück zu führen. In der Wissenschaft ist es ebenfalls nachgewiesen worden, dass Kindheitsverletzungen, die unbehandelt bleiben ausschlaggebend sind für die Entstehung einer späteren Abhängigkeit jeglicher Form.

Das Freizeitverhalten der heutigen Jugend spielt auch eine wichtige Rolle für ihr Unwohlgefühl. So verbringt ein Großteil seine Zeit hinterm Computer.

Ein möglicher Ausweg wäre mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen und sie nicht allein in ihrem Rückzugsort, nämlich im – Zimmer – zu lassen.