Termine

2019

09.10.2019  Demokratie leben | Hof
10.10.2019  Demokratie leben | Hof
11.10.2019   Demokratie leben | Stadt Hof
20.11.2019  BilinGO Campus – Bilinguale Gesamtschule, HEIMSPIEL – Kölner Autoren lesen
11.09.2019  Süderwischschule, Demokratie leben (HeimatKULTUR gUG) | Cuxhaven
12.09.2019  BBS (Berufsbildende Schule), Demokratie leben (HeimatKULTUR gUG) | Cuxhaven
13.09.2019  Süderwischschule, Demokratie leben (HeimatKULTUR gUG) | Cuxhaven
15.06.2019 Stiftung Integrationskultur |Langenargen (Bodensee)
04.05.2019 1.Kölner Literaturnacht | Integrationshaus e.V.
25.01.2019 Kreis Mettmann, Lehrer-und Pädagogenfortbildung

2018

22.02.2018 Kommunales Integrationszentrum Krefeld, Lehrer-und Pädagogenfortbildung
12.04.2018 Gymnasium Europaschule Hamm, ZEIT Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius |Hamburg
11.06.2018 Kultur und  Schule |Herzogenrath
20.08.2018 Christliches Spalatin – Gymnasium, Thüringer Landesverband der Schulfördervereine e.V. (TLSFV) | Altenburg
21.08.2018 Staatliche Gemeinschaftsschule Kulturanum , TLSFV | Jena
23.08.2018 Erfurt, TLSFV | Erfurt
30.09.2018 Emil-Krause-Gymnasium, ZEIT Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius |Hamburg
18.11.2018  Kulturlichtung | Mayersche Buchhandlung |Köln
20.11.2018 Ottmar-Pohl-Gymnasium, HEIMSPIEL – Kölner Autoren lesen
05.12.2018 Erziehungs-und Integrationsforum, Friedrich-Ebert-Stiftung |Berlin

 

2017

16.03.2017 Kulturbunker Köln-Mühlheim
11.04.2017 Kulturcafé Lichtung, Köln
22.05.2017 Katholische Hochschule Köln
07.06.2017 Kulturkirche Ost (Sponsor GAG Immobilien AG), Köln
14.07.2017 Impulse aus der Scheune, Gastgeber: Tanja Köhler, Denkingen
10.10.2017 Gymnasium-Letmathe, Iserlohn
20.10.2017 Karitative Lesung zugunsten der Stiftung It´s for Kids, Topdentis Cologne
28.10.2017 Tag der Kultur, Bürgerzentrum Köln-Ehrenfeld
13.11.2017 Mariengymnasium, Arnsberg in Kooperation mit KI Arnsberg
13.11.2017 Gymnasium Laurentianum, Arnsberg in Kooperation mit KI Arnsberg
14.11.2017 Ment4You, Uni Münster
16.11.2017 Ernst-Moritz-Arndt Gymnasium, Remscheid in Kooperation mit KI Remscheid
20.11.2017 HEIMSPIEL (Ute Wegmann), Rhein-Gymnasium, Köln
07.12.2017 Ment4You, Uni Köln
08.12.2017 Dietrich-Bonhoeffer Gymnasium, Bergisch Gladbach in Kooperation mit KI Rhein-Bergischer Kreis
13.12.2017 Premiere zur musikalischen Lesung mit Deborah Rawlings, Domsaal Kuckelkorn, Köln
20.12.2017 Gesamtschule Brakel in Kooperation mit Kreis Höxter

2016
20.12.2016 Wilhelm-Fabry-Realschule, Hilden

Heimspiel

Initiert von der Kollegin Ute Wegmann, habe ich die Ehre seit 2017 Teil des Kölner Leseteams zu sein und ein Stück weit mich zu meiner Wahlheimat Köln zu bekennen. Hier am Ottmar-Pohl-Gymnasium in Köln in Begleitung des geschätzten Philosophen und Lehrer Gunnar Kaiser.

Mehr Infos unter: HEIMSPIEL

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Angstfrei reden – Workshop


Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, erinnere ich mich an viele Situationen, in denen ich Gedanken und Gefühle, die mir gerade durch den Kopf gingen, gern zum Ausdruck gebracht hätte. Doch aufgrund der Tatsache, dass die anderen Erwachsene waren und sie demnach größer und älter waren als ich, traute ich mich nicht und behielt es für mich. Ich fühlte mich ihnen gegenüber körperlich und geistig unterlegen. Ein Verhalten, das sich während der Jahre meiner Entwicklung als Schüler verfestigte, ohne dass ich mir darüber im Klaren war, dass es nicht so bleiben musste. So steigerte sich mit den Jahren die Angst in mir und ich hielt an der Eigenschaft fest, in entscheidenden Situationen eben nichts zu sagen.

Ein ähnliches Verhalten trifft auch in der heutigen Zeit auf viele Heranwachsende zu, unabhängig von ihrem kulturellen Hintergrund. Um ihre Angst zu brechen, habe ich im Jahr 2018 auf der Grundlage meiner 7-jährigen Erfahrung aus der Kinder- und Jugendarbeit diesen Workshop entwickelt. Nach erfolgreichen Testläufen in Köln startet nun das Projekt „Angstfrei reden“ offiziell.

Allgemeine Infos

Thema: Blockierende Gedanken und Gefühle bereits rechtzeitig zu erkennen und ohne „Angst“ sprechen zu können.
Stil: Workshop
Anzahl: 2 Gruppen mit jeweils 6-10 Schülern pro Gruppe
Größe:  6-10 Schüler pro Gruppe / Workshop
Klasse: 5 – 13
Zeit:     2,5 Stunden pro Gruppe / Gesamt: 5 Stunden
Materialien: Moderationskarten, Stifte etc. sind vorhanden
Anforderung: Pinnwand und Tafel
Nachbetreuung: 1 Monat mit jeweils 1 mal pro Woche Skype Termin mit dem Klassenlehrer zwecks Austausch und Beratung

Buchung: Schreiben Sie mir hierzu eine Mail mit einem Terminvorschlag und der Gruppengröße. Bitte beachten Sie, dass eine Buchung mindestens 6 Wochen vor geplanten Termin geprüft werden kann. Es können auch zwei Workshops, also 4 Gruppen an einem Tag gemacht werden.
Kontakt:                                         info@imglashaus.com oder 0221 42330279

Die Schüler lernen auf einer spielerischen Art und Weise, den Umgang mit dem Thema „Angst“ vor Gruppen zu sprechen, vor Erwachsenen und Autoritätspersonen und vor allem Schulhof Situationen besser umzugehen.

Sie erhalten durch Praxisbeispiele, als auch in den jeweiligen Rollenspielen innerhalb des Workshops bestimmte „Grundhandwerkzeuge“, mit denen sie ihre emotionale Welt in Zeiten der inneren Blockaden im Kopf selbst bearbeiten können. Dabei nimmt jeder Schüler eine bestimmte Position ein, die er innerhalb der Gruppe spielt. Die Schüler lernen spielerisch, wie sich das Gefühl in der jeweiligen „Rolle“ anfühlt.
Aspekte, wie der Umgang mit Mobbing, Verletzungen in der Kindheit (Schulzeit), Gruppenzwang stehen im Mittelpunkt der Arbeit.

Suizid durch Mobbing

Häufig erfahren wir in den Medien das Resultat eines abgeschlossenen Prozesses. Die Anzahl der Suizidfälle bei Jugendlichen ist besorgniserregend, ja geradezu alarmierend. Die neusten Statistiken beziffern, dass sich jeden zweiten Tag in Deutschland ein Teenager das Leben nimmt. Laut aktueller Studie betrifft es 50 Prozent der 10- bis 14-Jährigen, die mindestens einmal an Selbstmord gedacht haben, wie es der Kinder- und Jugendpsychiater Hellmuth Braun-Scharm in einem Interview für das Rheinische Ärzteblatt hervorhebt. Der bundeserregendste Fall in 2019 war der Suizid einer 11-Jährigen an einer Grundschule in Berlin. Über Wochen und Monate war sie Opfer der täglichen Hänseleien anderer Schüler, sodass sie am Ende vor lauter Verzweiflung den Freitod wählte. Der letzte Ausweg für zahlreiche Mobbingopfer, wenn sie sich einsam und allein mit ihrem Schicksal fühlen. Ähnliche Brücken sind zu vergleichbaren Fällen aus der Vergangenheit zu ziehen. Das Tatmotiv führt zum unsichtbaren Ort, der verletzten Seele hin. (Quellen: Spiegel, Tagesspiegel)

Während ich mir Gedanken darüber machte, wie es mir gelingen kann, diesen Teufelskreis ein Stückweit zu brechen, stellte ich mir die Frage, wie ich auf der Grundlage meiner gesammelten Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie der eigenen Erfahrung aus der Schulzeit gerade schwachen Schülern einen Weg aus ihrem seelischen „Gefängnis“ aufzeigen kann, sodass ihr Hilfeschrei nach außen rechtzeitig erkannt und gehört wird.

Viele Opfer verschweigen ihr Leid, was ein unsichtbares Gift für die bereits angeschlagene Seele ist. Symptome wie Ess- und Schlafstörungen sind die ersten Anzeichen der daraus resultierenden Folgen. Die Ansammlung der Verletzungen auf dem Konto der Seele. Doch was, wenn die Betroffenen lernen, rechtzeitig ihren Verletzungen eine Stimme zu geben? Wenn sie die Notbremse ziehen, bevor es zu spät ist?

Die Spur führt auf die Beseitigung des Gefühls der blockenden Angst sowohl im Kopf als auch im Herzen. Genau das Gefühl, das Opfer lähmt, dagegen anzukämpfen. Und so kann sich am Ende aus einer Schwäche eine Stärke entwickeln, die womöglich Schlimmes verhindert. Und genau hier soll der Workshop ansetzen, damit die Schüler bereits in jungen Jahren die vorhandenen Blockaden beseitigen und Angstfrei ihren Weg gehen können.

 

 

Bodensee

Diesmal führte mich die Reise nach Bodensee. Im Rahmen der Jubiläumsfeier der Stiftung Integrationskultur, erhielt ich die Einladung von Philipp Kratschmer (Vorstand), das Publikum für eine Reise mit ins „Glashaus“ zu nehmen.

Neugierig und voller Vorfreude, machte ich mich auf dem Weg zu einem mir bis dahin unbekannten Ort. Langenargen ist eine Art versteckte Oase in Deutschland. Das war der erste Eindruck, als ich vom Bahnhof aus Nachts zwei Kilometer durch die Ortschaft gehen musste, um am Ende durch den Wald zu gehen, bis ich mein Hotel erreichte. Eine neue Art nach der Unterkunft zu suchen, da konnte für den darauf folgenden Tag nichts mehr schief gehen!

Im Münzhof war es dann soweit. Die Zuhörerinnen und Zuhörer waren diesmal keine 16 oder 18 mehr, sondern Menschen, die eine geballte Ladung an Lebenserfahrung auf den Schultern hatten, geschätzt 65-80 Jahre alt.
Zu meiner Überraschung öffneten sich in der Diskussion einige emotional und berichteten von ihren Parallelen zum „Glashaus“ und das die Frage: „Wer sie sind?“ sie berührt hat, weil sie sich diese Frage heute immer noch stellen. Nicht im Ansatz hätte ich gedacht, dass ich solch ein Plenum auf solch einer emotionalen Ebene erreichen konnte.

Am Ende des Tages war Bodensee auch für mich wieder eine Bereicherung. Einen neuen Teil Deutschlands mit samt seiner einzigartigen Kultur kennengelernt zu haben. Und ich freue mich bald wieder, den Anker zu lichten und den Kompass neu auszurichten. Für eine Reise in das Tal der Emotionen.


„Ein Schiff im Hafen ist sicher, doch dafür werden Schiffe nicht gebaut.“
        John Augustus Shedd (1859 – 1928), amer. Schriftsteller und Professor

 

Raus aus der digitalen Maske

Wenn ich an meine Kindheit und Jugend zurückdenke, erinnere ich mich an eine Kommunikation, bei der sich die Menschen noch ins Gesicht schauten, wenn sie miteinander sprachen. Und zwar fernab jeglicher Vorstellungen von der Invasion heutiger Apps und Selfies. Im Folgenden möchte ich nicht die digitale Welt verdonnern, sondern vielmehr die Online-Welt als solche hinterfragen und dazu anregen zu überlegen, inwieweit jeder Einzelne selbst darin gefangen ist oder war.

Hierzu stellte ich mir eines Morgens die Frage, ob die Cyberwelt mit ihren Social-Media-Plattformen wie Facebook und Instagram meinen Alltag beeinflusst und ob ich sie tatsächlich brauche. Schnell war mir klar, dass dies zur Vernetzung und zur Kommunikation mit meinem Bekannten- und Freundeskreis nicht der Fall ist. Der private Kreis ruft mich nach wie vor an, wenn es etwas zu besprechen gibt. Wir verzichten bewusst auf einseitige Kommunikation über WhatsApp & Co. Beruflich dienen mir die Plattformen auch nicht, denn der Erstkontakt mit meinen Kunden erfolgt meist über das direkte Gespräch am Telefon. Warum also habe ich mich vor langer Zeit beispielsweise bei Facebook angemeldet? Ich dachte, ich müsste dem Mainstream folgen. In ebendiesem Moment zog auch ich die digitale Maske an und war bereits wenig später, ohne es zu bemerken, gefangen im digitalen Glashaus. All das kostete mich Aufmerksamkeit, Energie und  schließlich wertvolle Zeit.

Nachdem die Erkenntnis in mir gereift war, dass ich all das gar nicht brauche, und ich mich von diesen Plattformen abgemeldet hatte, konnte ich auch innerlich Ade zur digitalen Maske sagen. Seitdem spüre ich eine deutliche positive Veränderung in meiner Offline-Welt, sprich in der Realität. Nicht mehr abhängig vom Netz zu sein und nicht mehr darüber nachzudenken, wie und wo welcher Post bei der Community ankommt oder nicht, ist eine Freiheit, die ich vor Betreten der Online-Welt bereits besaß, die ich dann aber für eine Weile aus den Augen verlor.

Manchmal trügt der Schein vom „Influence“-Status, denn hinter den Kulissen steht dafür ein Preis, den viele mit schwindender Gesundheit, Stress, psychischer Belastung und einem Mangel an Zeit zahlen. All das wird nicht nach außen gezeigt, denn das wäre konträr zu der Leichtigkeit, die man in der Cyberwelt verkörpert.

Viele Kinder und Jugendliche wachsen heute in und mit der Cyberwelt auf. Und vielleicht wird es für sie niemals ein Entkommen geben. Letztlich ist die Dosis entscheidend und ein jeder sollte sich immer mal wieder die Frage stellen, ob er bestimmte Plattformen zum Leben braucht. Laut Studie mehrerer Institute verbringt der Nutzer durchschnittlich 3 Stunden pro Tag auf den sozialen Platzformen und dabei ist die reine Smartphone Nutzung nicht mitinbegriffen. Eine wertvolle Zeit, die Nutzer sicherlich anders nutzen könnten.


An dieser Stelle beende ich meine Gedanken und übergebe dem Leser den heutigen Impuls.
Bildnachweis: Pixabay

Verletzte Gefühle und kein Ausweg?

2019 ist noch frisch, und da erreicht mich die Nachricht, dass sich in Berlin eine Grundschülerin für den Weg in den Suizid entschieden hat. Wieder ist es der Tatort Schule, und wieder ist es ein junger Mensch, der noch sein ganzes Leben vor sich hatte und aufgrund von verletzten Gefühlen, verursacht durch andere, aufgegeben hat.

Es finden sich zahlreiche Artikel zu dem Vorfall. Hervorgerufen wurde das Leid durch Mobbing in der Schule. Ein zentrales Thema, das an Schulen nicht neu ist. Vor 25 Jahren war das „Ärgern“ schwächerer Schüler durch die „stärkeren“ keine Seltenheit. Was damals noch übersichtlich in Klassenräumen und Schulhöfen vonstattenging und nach der Schule aufhörte, hat heute eine ganz neue Dimension angenommen. Der Weg führt ins Netz, wo eben nach der Schule der „Terror“ weitergeht und die betroffenen Schüler meist so verletzt und gekränkt sind, dass sie sich im Sog ihrer Trauer innerlich abschotten.

So wird es wohl auch der beschriebenen Berliner Grundschülerin ergangen sein. Doch warum entscheiden sich gerade junge Menschen für den Freitod und suchen keine Hilfe bei entsprechenden Stellen? Dieser Frage möchte ich in dem heutigen Artikel nachgehen, zumal es sich hierbei auch um den Kernpunkt meiner Arbeit handelt.

Im ständigen Austausch mit Schülern verstärkt sich in mir das Gefühl, dass junge Menschen Emotionen oftmals für sich behalten. Auch ich gehörte einst zu den Schülern, die versucht haben, ihre verletzten Gefühle nach außen hin durch eine „Maske“ zu vertuschen, bis mir diese im Alter von 24 Jahren zum Verhängnis wurde und ich damit konfrontiert wurde, eine Lösung für meine Probleme zu finden.

Allein die Tatsache, dass das Gegenüber größer ist als man selbst und eine gewisse Autorität ausstrahlt, schürt die Furcht, und dieses Gefühl findet Einzug in die Seele des Betroffenen. Derartige Verletzungen gehen also auf das Seelenkonto, und je mehr es werden, desto größer wird die innere Wunde, ohne dass der Betroffene es bemerkt. Eines Tages jedoch meldet sich die verletzte Seele mit einer gewaltigen Welle an Emotionen, die den Betroffenen überrollt und an die Wand drückt. Begriffe wie „Depressionen“, „Burnout“ und andere sind das Resultat einer solchen Welle. Erwachsene Klienten suchen in den meisten Fällen erst dann den schwierigen Weg in die Behandlung, wenn ihre Kräfte erschöpft sind. Bei Kindern und Jugendlichen ist es noch schwieriger. Ihnen fehlt die Anleitung und sie müssen durch einen sensiblen Umgang mit dem Thema darauf vorbereitet werden, Gefühle zuzulassen und die oft massiv vorhandene Scham abzulegen. Es ist nicht schlimm, sich Hilfe von außen zu suchen, wenn es nicht mehr geht.

Mobbing wird es immer geben und gab es auch schon immer, ob in der Schule, am Arbeitsplatz oder in anderen Bereichen. Der erste Ansatz wäre, den Tätern und Opfern die Folgen von Mobbing zu verdeutlichen, damit der Teufelskreislauf ein Ende hat und keine weiteren (jungen) Menschen zum Opfer werden.

Falls du dich angesprochen fühlst, denk bitte daran: Es gibt immer einen Ausweg und es gibt immer Menschen, die dir helfen können. Auch anonym. An die folgenden Stellen kannst du dich rund um die Uhr wenden, wenn du seelische Schmerzen hast:

Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222. Auch ein Gespräch via Chat ist möglich. telefonseelsorge.de

Kinder- und Jugendtelefon: montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr unter 0800 – 11 6 111 oder 0800 – 111 0 333. Am Samstag nehmen die jungen Berater des Teams „Jugendliche beraten Jugendliche“ die Gespräche an. nummergegenkummer.de

Muslimisches Seelsorge-Telefon: 24 Stunden am Tag unter 030 – 44 35 09 821 zu erreichen. Ein Teil der Mitarbeiter vor Ort spricht auch Türkisch. mutes.de

Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Eine Übersicht über alle telefonischen, regionalen, Online- und Mail-Beratungsangebote in Deutschland gibt es unter suizidprophylaxe.de.

Quelle: tagesspiegel.de

Bild: pixabay

Thüringen

Voller Vorfreude und Begeisterung machte ich mich auf die Reise für meine dreitägige Lesereihe nach Thüringen in Zusammenarbeit mit dem Landesverband der Schulfördervereine e.V.. Die tollen Mitarbeiterinnen, haben mich über den gesamten Zeitraum meiner Lesereihe begleitet und sämtliche Organisationen bereits Wochen vorher übernommen.

Teil 1 – Spalatin Gymnasium Altenburg (Jena) | 200 Schüler
Hier bin ich kurz vor dem Lesungsmarathon von 5 1/2 Stunden mit der Schulleiterin Frau Birgit Kriesche vom Christlichen Spalatin Gymnasium in Altenburg (Jena). Offiziell ist dort auf der Schule Handyverbot, doch für den schnellen Schnappschuss hat sie eine Ausnahme gemacht.
Der Lesungsmarathon ging von 08:00 – 13:30 Uhr. In den Zwischenpausen waren die Journalisten mit Fragen dran. Es blieb mir lediglich die Zeit zur Wasserflasche zu greifen.

Teil 2 – Erfurt | 100 Schüler
Hier wurde der zweite Teil der Lesereise für mich sehr emotional, denn es war die Stadt Erfurt. Die Stadt, wo damals ein Schüler im Jahre 2002 den Amoklauf am Gutenberg Gymnasium vollzog. Als dies geschah, war ich damals 15 Jahre alt gewesen. Und heute nach 16 Jahren ist dieses Geschehen ebenfalls ein wichtiger Bestandteil meines Programms, sodass ich selbst an diesem Tag mehr als sonst gefordert.

Teil 3 – Kulturanum Gymnasium (Jena) | 100 Schüler
Und zu zuletzt, konnte ich die Lesereise wieder in Jena abschliessen.

Abschliessend kann ich sagen, dass die Reise nach Thüringen nicht nur ein voller Erfolg, sondern auch eine Bereicherung für alle Seiten gewesen ist, was sich am Ende jeder Veranstaltung in der Diskussion mit den Zuhörern bestätigt hat. Nicht nur die Schüler stellten interessante Fragen, sondern auch die anwesenden Lehrkräfte beteiligten sich stark.
Mit einem Gefühl der vollbrachten Leidenschaft, fuhr ich nach 3 Tagen wieder von Jena nach Köln und ich bin mir sicher, dass es nicht das letzte mal war. An der Stelle: Jena ist eine wunderbare Stadt mit viel Grün und Kultur für all diejenigen, die noch nicht da waren 😉

Grips Gewinnt

Nachdem ich die Einladung als Juror zur Vergabe des Schülerstipendium Programms „grips gewinnt“ erhielt, konnte ich meine Dankbarkeit kaum in Worte fassen. Nicht im Ansatz hätte ich an solch eine verantwortungsvolle Aufgabe gedacht, die mich eines Tages auf meiner Reise durchs Leben, heimsuchen würde.

Angekommen in Hamburg erwarteten mich zwei volle Tage mit unglaublich vielen Schicksalsschlägen von jungen Menschen, die ihren Weg bereits gehen und auf diesem Weg noch einen kleinen Wegbegleiter brauchen. Und da kommt das Programm ins Spiel. Es fiel mir nicht immer einfach aus der Vielzahl der herzberührenden Geschichten eine Auswahl zu finden, doch zum Glück war ich nicht allein im Plenum und hatte eine bereits erfahrene Jurorin stets an der Seite gehabt. Der Tag begann um 09:00 Uhr und endete jeweils um 19:00 Uhr. Ich nenne es die „Power Performance Day´s“.

Am Ende der beiden Tage konnten wir alle mit einem ruhigen und guten Gewissen Hamburg verlassen. Schön war auch die Begegnung mit der deutschen Soldatin Nariman Reinke, die 2016 durch Ihren Standpunkt zum Thema der Flüchtlingsthematik eine klare Haltung zeigte und seit 2018 mit ihrem neuen Buch: Ich diene Deutschland – Ein Plädoyer für die Bundeswehr – und warum sie sich ändern muss, unterwegs ist.
Abschliessend bin ich der Joachim Herz Stiftung dankbar für die Einladung.

 

 

 

 

Meine Vision für Deutschland

Immer wieder höre und lese ich in letzter Zeit, dass junge Menschen mit psychischen Problemen insbesondere im Alltag unter den Folgen leiden. Aus einer kürzlich veröffentlichten Studie der Barmer Ersatzkasse geht hervor, dass die Anzahl seelischer Krankheiten wie Depressionen, Angststörungen, Panikattacken etc. bei jungen Menschen, explizit bei Studenten und angehenden Akademikern, in den kommenden Jahren sogar noch steigen wird. Der Vorstandsvorsitzende Christoph Straub hat hierzu entsprechende Zahlen und Fakten vorgelegt.

Für mich allerdings ist die neue Statistik keine neue Hiobsbotschaft mehr, da es bereits zu meiner Zeit als Kind und Jugendlicher etliche Betroffene im eigenen Freundeskreis gab, die Symptome der oben beschriebenen Krankheiten zeigten, aber niemand sprach darüber. Ich spreche hier von Ritzwunden bei Mädchen oder dem Konsum von Drogen bei Jungen. Auch ich war litt einst an emotionalen Verletzungen und schwieg bewusst darüber; zum einen aus Scham und zum anderen, um die Maske der „Coolness“ aufrechtzuerhalten. Das Thema der verletzten Seele bei Frauen und Männern wird in der stetig steigenden Leistungsgesellschaft auch heute noch totgeschwiegen. Dies fängt bereits in jungen Jahren in der Schule an, nistet sich unbewusst ein und festigt sich im Erwachsenenalter, ohne dass die Betroffenen sich dessen bewusst sind. Wer im Rennen nicht mit dabei ist, der verliert; so lautet die Formel, nach der die meisten Menschen das Wohl der Seele schnell außer Acht lassen. Dies ist kein Vorwurf, sondern das Ergebnis meiner Beobachtungen. Allerdings kann man im Wettbewerb mit anderen nur dann eine gute Leistung erbringen, wenn auch die innere Balance stimmt. Ansonsten meldet sich eines Tages die Seele mit einem Notruf, der dann von Ärzten und Therapeuten wie oben erwähnt betitelt wird.

Denken wir zurück an das Jahr 2002, nämlich an den Amoklauf auf das Gutenberg Gymnasium in Erfurt durch Robert S. Oder erinnern wir uns an das Jahr 2015 und den Flugzeugabsturz der Germanwings Linie 4U-9525 durch den Co-Piloten Andreas L. Nicht zu vergessen das Jahr 2016 und der Amoklauf von München durch David S. Bei allen drei Attentätern ging es um verletzte Gefühle und nicht verarbeitete Emotionen, welche jeweils in eine Depression mündeten, die unterschiedlich ausgeprägt zum Ausbruch kam.

Ich war fünfzehn Jahre alt, als ich vor dem Fernseher saß und von dem Massaker im Gutenberg Gymnasium erfuhr. Damals stellte ich mir die Frage, wie so etwas in Deutschland passieren kann und warum der neunzehnjährige Robert so gehandelt hat. Die Frage beschäftigte mich jahrelang, bis ich zu der Erkenntnis gelangte, dass auch ich einst ein Opfer unterdrückter Gefühle gewesen war, als ich nämlich das Chaos, das in meinem Zuhause herrschte, mit mir selbst ausmachte, anstatt mit jemandem darüber zu sprechen. Dieses Unterdrücken meiner Gefühle führte dazu, dass ich lange Zeit sehr aggressiv war und die Ursache meiner Aggression nicht kannte.

Um dem Wandel entgegenzuwirken, begann ich mit meiner Arbeit der Identitätsfindung an Schulen. Meine Vision für Deutschland ist es, so vielen jungen Menschen wie möglich ein emotionales Grundhandwerkszeug mitzugeben, auf das sie jederzeit zurückgreifen können, wenn eines Tages ihre Seele schmerzen sollte. Und dass es keine Amokläufe mehr an deutschen Schulen gibt! Um eine verständliche, moderne Sprache zu wählen, habe ich beschlossen, den Schülern einen Einblick in meine verletzte Seele als Kind, Jugendlicher und späterer Erwachsener zu geben und wie ich es geschafft habe, mich aus dem Strudel der verletzten Gefühle zu befreien und diese zu heilen. Die Schüler sollen sehen und erkennen, dass es nicht falsch ist, wenn man zu seinen Gefühlen steht, anstatt sie zu unterdrücken. Ich behaupte nämlich als ehemaliger Betroffener, dass die Entstehung und Entwicklung von emotionalen Verletzungen frühzeitig verhindert werden kann.