Lesereihe Hamburg

Mit voller Erwartung wurde ich am 11 April 2018 zum ersten Vortrag mit Lesung und Diskussion in Kooperation mit der ZEIT Stiftung | Bereich Weichenstellung an der Europaschule Stadtteil Hamm in Hamburg empfangen. Ein wenig nervös, war dennoch auch wenn es mein X-Auftritt war. Am Ende, war es für mich der erfolgreichste Tag in meiner bisherigen Laufbahn als Autor & Vortragsredner. Denn im Anschluss, haben mich die Schüler quasi überrannt mit Fragen und wollten den Kontakt zu mir darüber hinaus aufrecht erhalten. Ein Schüler kam am Ende persönlich nochmals zu mir und bedankte sich, dass ich da war. Und dabei war das Danke nicht einfach irgendein Wort, sondern ich konnte tatsächlich nachempfinden, dass ich ihm auf seiner weiteren Reise durchs Leben etwas wertvolles mitgeben konnte. Der Höhepunkt des Ganzen war, dass sich während der Diskussion ein Schüler emotional öffnete, der sonst im Unterricht genau das Gegenteil war. Natürlich fordert dies meinerseits die doppelte Konzentration solche Schüler entsprechend aufzufangen, was mir auch wieder gelungen war. Einen Raum zu schaffen, wo die Anwesenden sich wohlfühlen und nicht allein gelassen sind.

Am Ende der Veranstaltung, bekam ich eine positive Rückmeldung durch die anwesenden Lehrer, die sich eine weitere Fortsetzung für das nächste Schuljahr wünschen. Für die ZEIT Stiftung war es ein Pilotprojekt gewesen, der aufgrund des Erfolgs nun seine Gestalt in form einer ganzen Lesereihe in Hamburg in Zukunft annehmen wird. September wird es soweit sein, wenn es wieder heißt: Eine Reise in das Tal der Emotionen. Bisdahin verbleibe ich mit Ahoi.

Grips Gewinnt

Nachdem ich die Einladung als Juror zur Vergabe des Schülerstipendium Programms „grips gewinnt“ erhielt, konnte ich meine Dankbarkeit kaum in Worte fassen. Nicht im Ansatz hätte ich an solch eine verantwortungsvolle Aufgabe gedacht, die mich eines Tages auf meiner Reise durchs Leben, heimsuchen würde.

Angekommen in Hamburg erwarteten mich zwei volle Tage mit unglaublich vielen Schicksalsschlägen von jungen Menschen, die ihren Weg bereits gehen und auf diesem Weg noch einen kleinen Wegbegleiter brauchen. Und da kommt das Programm ins Spiel. Es fiel mir nicht immer einfach aus der Vielzahl der herzberührenden Geschichten eine Auswahl zu finden, doch zum Glück war ich nicht allein im Plenum und hatte eine bereits erfahrene Jurorin stets an der Seite gehabt. Der Tag begann um 09:00 Uhr und endete jeweils um 19:00 Uhr. Ich nenne es die „Power Performance Day´s“.

Und natürlich darf an der Stelle das Essen nicht fehlen. Das Wichtigste 😉 Wir wurden vom feinsten kulinarischem Angebot verwöhnt und es war in der Tat ein Gaumengenuss.

Am Ende des beiden Tage, konnten wir alle mit einem ruhigen und guten Gewissen Hamburg verlassen. Schön war auch die Begegnung mit der deutschen Soldatin Nariman Reinke, die 2016 durch Ihren Standpunkt zum Thema der Flüchtlingsthematik eine klare Haltung zeigte. Abschließend bin ich dankbar für die Einladung von der Joachim Herz Stiftung und bin gespannt, welche Überraschungen das Leben sonst für mich hat.

Lese-und Vortragstermine

15.08 – 17.08           Lesereihe | Landesverband der Schulfördervereine, Thüringen, Erfurt, Jena
26.09 – 28.09         Lesereihe | ZEIT Stiftung Gerd Bucerius & Ebelin, Hamburg
29.09                       Festtakt | Joachim Herz Stiftung, Hamburg
05.10                        Kommunales Integrationszentrum, Hamm
18.11                         Mayersche Buchhandlung & Kulturlichtung Chlodwigplatz | 17:00 Uhr | Eintritt Frei (Offene Veranstaltung), Köln
20.11                        HEIMSPIEL – Kölner Autoren lesen, Köln
05.12                        Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin

 

2017
16.03.2017 Kulturbunker Köln-Mühlheim
11.04.2017 Kulturcafé Lichtung, Köln
22.05.2017 Katholische Hochschule Köln
07.06.2017 Kulturkirche Ost (Sponsor GAG Immobilien AG), Köln
14.07.2017 Impulse aus der Scheune, Gastgeber: Tanja Köhler, Denkingen
10.10.2017 Gymnasium-Letmathe, Iserlohn
20.10.2017 Karitative Lesung zugunsten der Stiftung It´s for Kids, Topdentis Cologne, Köln
28.10.2017 Tag der Kultur, Bürgerzentrum Köln-Ehrenfeld
13.11.2017 Mariengymnasium, Arnsberg in Kooperation mit KI Arnsberg
13.11.2017 Gymnasium Laurentianum, Arnsberg in Kooperation mit KI Arnsberg
14.11.2017 Ment4You, Uni Münster
16.11.2017 Ernst-Moritz-Arndt Gymnasium, Remscheid in Kooperation mit KI Remscheid
20.11.2017 HEIMSPIEL (Ute Wegmann), Rhein-Gymnasium, Köln
07.12.2017 Ment4You, Uni Köln
08.12.2017 Dietrich-Bonhoeffer Gymnasium, Bergisch Gladbach in Kooperation mit KI Rhein-Bergischer Kreis
13.12.2017 Premiere zur musikalischen Lesung mit Deborah Rawlings, Domsaal Kuckelkorn, Köln
20.12.2017 Gesamtschule Brakel in Kooperation mit Kreis Höxter

 

2016
20.12.2016 Wilhelm-Fabry-Realschule, Hilden

Der Jahresrückblick 2017

In Zusammenarbeit mit kommunalen Integrationszentren aus ganz NRW, konnte ich im Vortrags-und Lesejahr 2017 vor insgesamt 1000 Zuhörern sprechen. Ein grosser Dank an der Stelle bei allen Beteiligten in Behörden und Schulen.
Ich freue mich auf die weiteren Inspirationen und den Austausch mit Schülern, Studierenden und Interessenten!

Meine Vision für Deutschland

Immer wieder höre und lese ich in letzter Zeit, dass junge Menschen mit psychischen Problemen insbesondere im Alltag unter den Folgen leiden. Aus einer kürzlich veröffentlichten Studie der Barmer Ersatzkasse geht hervor, dass die Anzahl seelischer Krankheiten wie Depressionen, Angststörungen, Panikattacken etc. bei jungen Menschen, explizit bei Studenten und angehenden Akademikern, in den kommenden Jahren sogar noch steigen wird. Der Vorstandsvorsitzende Christoph Straub hat hierzu entsprechende Zahlen und Fakten vorgelegt.

Für mich allerdings ist die neue Statistik keine neue Hiobsbotschaft mehr, da es bereits zu meiner Zeit als Kind und Jugendlicher etliche Betroffene im eigenen Freundeskreis gab, die Symptome der oben beschriebenen Krankheiten zeigten, aber niemand sprach darüber. Ich spreche hier von Ritzwunden bei Mädchen oder dem Konsum von Drogen bei Jungen. Auch ich war litt einst an emotionalen Verletzungen und schwieg bewusst darüber; zum einen aus Scham und zum anderen, um die Maske der „Coolness“ aufrechtzuerhalten. Das Thema der verletzten Seele bei Frauen und Männern wird in der stetig steigenden Leistungsgesellschaft auch heute noch totgeschwiegen. Dies fängt bereits in jungen Jahren in der Schule an, nistet sich unbewusst ein und festigt sich im Erwachsenenalter, ohne dass die Betroffenen sich dessen bewusst sind. Wer im Rennen nicht mit dabei ist, der verliert; so lautet die Formel, nach der die meisten Menschen das Wohl der Seele schnell außer Acht lassen. Dies ist kein Vorwurf, sondern das Ergebnis meiner Beobachtungen. Allerdings kann man im Wettbewerb mit anderen nur dann eine gute Leistung erbringen, wenn auch die innere Balance stimmt. Ansonsten meldet sich eines Tages die Seele mit einem Notruf, der dann von Ärzten und Therapeuten wie oben erwähnt betitelt wird.

Denken wir zurück an das Jahr 2002, nämlich an den Amoklauf auf das Gutenberg Gymnasium in Erfurt durch Robert S. Oder erinnern wir uns an das Jahr 2015 und den Flugzeugabsturz der Germanwings Linie 4U-9525 durch den Co-Piloten Andreas L. Nicht zu vergessen das Jahr 2016 und der Amoklauf von München durch David S. Bei allen drei Attentätern ging es um verletzte Gefühle und nicht verarbeitete Emotionen, welche jeweils in eine Depression mündeten, die unterschiedlich ausgeprägt zum Ausbruch kam.

Ich war fünfzehn Jahre alt, als ich vor dem Fernseher saß und von dem Massaker im Gutenberg Gymnasium erfuhr. Damals stellte ich mir die Frage, wie so etwas in Deutschland passieren kann und warum der neunzehnjährige Robert so gehandelt hat. Die Frage beschäftigte mich jahrelang, bis ich zu der Erkenntnis gelangte, dass auch ich einst ein Opfer unterdrückter Gefühle gewesen war, als ich nämlich das Chaos, das in meinem Zuhause herrschte, mit mir selbst ausmachte, anstatt mit jemandem darüber zu sprechen. Dieses Unterdrücken meiner Gefühle führte dazu, dass ich lange Zeit sehr aggressiv war und die Ursache meiner Aggression nicht kannte.

Um dem Wandel entgegenzuwirken, begann ich mit meiner Arbeit der Identitätsfindung an Schulen. Meine Vision für Deutschland ist es, so vielen jungen Menschen wie möglich ein emotionales Grundhandwerkszeug mitzugeben, auf das sie jederzeit zurückgreifen können, wenn eines Tages ihre Seele schmerzen sollte. Und dass es keine Amokläufe mehr an deutschen Schulen gibt! Um eine verständliche, moderne Sprache zu wählen, habe ich beschlossen, den Schülern einen Einblick in meine verletzte Seele als Kind, Jugendlicher und späterer Erwachsener zu geben und wie ich es geschafft habe, mich aus dem Strudel der verletzten Gefühle zu befreien und diese zu heilen. Die Schüler sollen sehen und erkennen, dass es nicht falsch ist, wenn man zu seinen Gefühlen steht, anstatt sie zu unterdrücken. Ich behaupte nämlich als ehemaliger Betroffener, dass die Entstehung und Entwicklung von emotionalen Verletzungen frühzeitig verhindert werden kann.

Erfahrungsbericht – Zur Lesung mit Vortrag und Diskussion

Eine Reise nach 6 Jahren zurück in die Vergangenheit (Aachen). Dankbar und Froh die Aktion „Wohnzimmerlesung“ von Autorenhelfen in Kooperation mit DocMobile e.V. unterstützt zu haben. Foto: Joy Schalunke – Grafikdesign: Andrea Rick
 
Wohnzimmerlesung mit Deva Manick – Ein Erfahrungsbericht
 
Wenige Tage vor Weihnachten hörte ich in der Bücherzeit des Deutschlandfunk von der Initiative „Autoren helfen“ und der Möglichkeit gegen eine Spende eine Wohnzimmerlesung verschenken zu können. Menschen helfen und ein einzigartiges Geschenk verschenken – eine wunderbare Kombination.
 
Ganz beeindruckt von der Vielzahl von Autoren, die ihre Zeit schenken und mitmachen, war schnell Deva Manick gefunden, dessen Buch „Im Glashaus gefangen zwischen Welten – Ein Leben zwischen zwei Kulturen“, nicht nur ein Bezug zu aktuellen Themen, sondern auch viele neue Einblicke versprach. Dass mit der Wohnzimmerlesung nicht nur die direkt Beschenkten, sondern auch eingeladene Freunde beschenkt werden konnten, ein weiterer schöner Aspekt.
 
Mit einer Email an „Autoren helfen“ angefragt, hat sich Deva Manick schon kurze Zeit später telefonisch gemeldet und nach einem sehr freundlichen Gespräch die Lesung zugesagt. Nachdem ein passender Termin gefunden war, konnten Freunde eingeladen und der Abend der Lesung geplant werden.
 
Den Ablauf stellten wir uns so vor, dass der Autor verschiedene Abschnitte aus seinem Buch vorliest und im Anschluss kurz über die Entstehung und den Prozess des Schreibens spricht. In einem letzten Gespräch vor der Lesung klärte uns der Autor auf, dass es keine klassische Lesung wird. Eine Mischung aus Lesung, freiem Sprechen, Einspielung von Musik und anschließender Diskussion würde uns erwarten. Welch spannende Aussicht.
 
Durch die offene, herzliche und einnehmende Art des Autors ergaben sich bereits vor Beginn der Lesung die ersten guten Gespräche und so erwarteten wir mit rund 30 Gästen mit Spannung den Beginn.
 
Die Lesung stand unter der Frage „Wer bin ich wirklich“. Eine Frage, die sich sicherlich nicht nur Menschen stellen, die zwischen zwei Kulturen aufwachsen. So ein Gast der Lesung: „Auch mit 80 Jahren stelle ich mir diese Frage noch.“
 
Bereits den Einstieg in die Lesung gestaltete Deva Manick so eindrücklich, dass es ihm gelang uns von der ersten Minute an in seinen Bann zu ziehen.
 
Die Abwechslung von Lesen und freiem Sprechen ließen den Inhalt lebendig werden. Die gelesenen Abschnitte des Buches wurden durch die persönlichen Erzählungen klarer und eindringlicher. Es wurde sehr deutlich, der Autor liest keine Geschichte, er erzählt uns aus seinem Leben. Auch die schwierigsten Zeiten sparte er dabei nicht aus.
Mit diesem Blick in seine Geschichte gibt er uns die Möglichkeit zu verstehen welchen Konflikten er als Mensch, der zwischen zwei Kulturen aufwuchs, ausgesetzt ist und wie dies sein Handeln beeinflusst. Diese Einblicke sind echt, nah, erschütternd und extrem authentisch.
 
Inspirierend und motivierend leitete er in den letzten Teil der Lesung. Deva Manick beschreibt uns, wie er trotz schwieriger Voraussetzungen seinen eigenen Weg in ein selbstbestimmtes Leben gefunden hat. Damit macht er nicht nur Menschen mit ähnlicher Biographie Mut, sondern jedem der eine schwierige Lebensphase durchquert.
 
In der anschließenden Diskussion wird deutlich, dass sich viele in einzelnen Situationen wiedererkennen, etwa in der Beschreibung der Erwartungen der Eltern an die eigenen Kinder. Auch mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen sind wir uns in vielen Erfahrungen nicht fremd.
 
Wir haben an diesem Abend einen tiefen, sehr privaten Einblick bekommen, mit Eindrücken, die sonst im verborgenen bleiben. Mit Deva Manicks Blick hinter die Kulissen müssen wir eigene Einschätzungen und Urteile neu überdenken und anerkennen welche Herausforderungen es für Menschen bedeutet, die zwischen zwei Kulturen aufwachsen. Viele haben Gespräche über den Abend der Lesung hinaus mit nach hause genommen.
 
Die Lesung hat unsere Erwartungen weit übertroffen und uns auf vielfältige Weise bereichert. Wir hoffen, dass die Aktion weitergeht und viele Menschen eine Wohnzimmerlesung erleben können.
 
Unser besonderer Dank geht an Deva Manick, der die Spende an Doc Mobile e.V. möglich gemacht hat, indem er uns seine Zeit für eine Wohnzimmerlesung geschenkt hat. Darüber hinaus den Weg nach Aachen auf sich genommen und in einer sehr eindrucksvollen Weise von seinen ganz persönlichen Erfahrungen berichtet hat. Wir werden die Lesung noch lange in Erinnerung behalten.
 
Ein herzliches Dankeschön richtet sich auch an das Team von „Autoren helfen“, die dieses Geschenk erst ermöglicht haben. Wir sind wirklich beschenkt worden.

Programm mit Klavier

Thema: Identitätsreise– „Wer bin ich wirklich?”, wenn man in der Kindheit und Jugend zerissen ist
Stil: Vortrag mit Lesung | Klavier und Diskussion
Klavier: In Begleitung der neuseeländischen renommierten Pianistin Deborah Rawlings, erhält die Lesung klassische Klänge für die Sinne. Anbei ein Auszug aus den Stücken:
Waiting for the Aeroplane-J. Psathas
wasserklavier – L. Berio
Novelette Nr. 3 in e-moll – F. Poulenc
Bagatelle in h-moll, Op. 126 Nr. 4 – L. van Beethoven
Etüde in f-moll, Op. 10 Nr. 9 – F. Chopin
Aufschwung, Op. 12 Nr. 2 – R. Schumann

Der Vortrag beginnt mit dem Einstieg in meinen damaligen Status als „Rüpelschüler“. Anschließend werde ich mich chronologisch durch meine Jugend bis zum Erwachsenenalter vorarbeiten und dabei in den Fokus stellen, welche Hürden ich überwinden musste, um letztendlich meine Ziele zu erreichen. Hierzu werden als Belege Passagen aus dem Kapitel vorgelesen.

Aus der Sicht eines Betroffenen erhalten die Zuhörer einen Einblick in die Seele eines ehemaligen Betroffenen, der einst zwischen den Welten wanderte.

Für Anfragen in Begleitung mit Klavier, bitten wir um einen Voraus von min. 8 Wochen. Gespielt kann ausschließlich auf einem Flügel – Kein E-Piano.                                          Kontakt: info@imglashaus.com