Termine

2019

12.09.2019  Heimatkultur | Cuxhaven
13.09.2019  Heimatkultur | Cuxhaven
09.10.2019  Demokratie Leben | Hof
10.10.2019  Demokratie Leben | Hof
11.10.2019   Demokratie Leben | Stadt Hof
20.11.2019  HEIMSPIEL – Kölner Autoren lesen
15.06.2019  Stiftung Integrationskultur |Langenargen (Bodensee)
04.05.2019 1.Kölner Literaturnacht | Integrationshaus e.V.
25.01.2019  Kreis Mettmann, Lehrer-und Pädagogenfortbildung


2018

22.02.2018 Kommunales Integrationszentrum Krefeld, Lehrer-und Pädagogenfortbildung
12.04.2018 Gymnasium Europaschule Hamm, ZEIT Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius |Hamburg
11.06.2018 Kultur und  Schule |Herzogenrath
20.08.2018 Christliches Spalatin – Gymnasium, TLSFV | Altenburg
21.08.2018  Staatliche Gemeinschaftsschule Kulturanum , TLSFV | Jena
23.08.2018 Erfurt, TLSFV | Erfurt
30.09.2018 Emil-Krause-Gymnasium, ZEIT Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius |Hamburg
18.11.2018  Kulturlichtung | Mayersche Buchhandlung |Köln
20.11.2018 HEIMSPIEL- Kölner Autoren Lesen, Ottmar-Pohl-Gymnasium |Köln
05.12.2018 Erziehungs-und Integrationsforum, Friedrich-Ebert-Stiftung |Berlin


2017

16.03.2017 Kulturbunker Köln-Mühlheim
11.04.2017 Kulturcafé Lichtung, Köln
22.05.2017 Katholische Hochschule Köln
07.06.2017 Kulturkirche Ost (Sponsor GAG Immobilien AG), Köln
14.07.2017 Impulse aus der Scheune, Gastgeber: Tanja Köhler, Denkingen
10.10.2017 Gymnasium-Letmathe, Iserlohn
20.10.2017 Karitative Lesung zugunsten der Stiftung It´s for Kids, Topdentis Cologne
28.10.2017 Tag der Kultur, Bürgerzentrum Köln-Ehrenfeld
13.11.2017 Mariengymnasium, Arnsberg in Kooperation mit KI Arnsberg
13.11.2017 Gymnasium Laurentianum, Arnsberg in Kooperation mit KI Arnsberg
14.11.2017 Ment4You, Uni Münster
16.11.2017 Ernst-Moritz-Arndt Gymnasium, Remscheid in Kooperation mit KI Remscheid
20.11.2017 HEIMSPIEL (Ute Wegmann), Rhein-Gymnasium, Köln
07.12.2017 Ment4You, Uni Köln
08.12.2017 Dietrich-Bonhoeffer Gymnasium, Bergisch Gladbach in Kooperation mit KI Rhein-Bergischer Kreis
13.12.2017 Premiere zur musikalischen Lesung mit Deborah Rawlings, Domsaal Kuckelkorn, Köln
20.12.2017 Gesamtschule Brakel in Kooperation mit Kreis Höxter

 

2016
20.12.2016 Wilhelm-Fabry-Realschule, Hilden

Raus aus der digitalen Maske

Wenn ich an meine Kindheit und Jugend zurückdenke, erinnere ich mich an eine Kommunikation, bei der sich die Menschen noch ins Gesicht schauten, wenn sie miteinander sprachen. Und zwar fernab jeglicher Vorstellungen von der Invasion heutiger Apps und Selfies. Im Folgenden möchte ich nicht die digitale Welt verdonnern, sondern vielmehr die Online-Welt als solche hinterfragen und dazu anregen zu überlegen, inwieweit jeder Einzelne selbst darin gefangen ist oder war.

Hierzu stellte ich mir eines Morgens die Frage, ob die Cyberwelt mit ihren Social-Media-Plattformen wie Facebook und Instagram meinen Alltag beeinflusst und ob ich sie tatsächlich brauche. Schnell war mir klar, dass dies zur Vernetzung und zur Kommunikation mit meinem Bekannten- und Freundeskreis nicht der Fall ist. Der private Kreis ruft mich nach wie vor an, wenn es etwas zu besprechen gibt. Wir verzichten bewusst auf einseitige Kommunikation über WhatsApp & Co. Beruflich dienen mir die Plattformen auch nicht, denn der Erstkontakt mit meinen Kunden erfolgt meist über das direkte Gespräch am Telefon. Warum also habe ich mich vor langer Zeit beispielsweise bei Facebook angemeldet? Ich dachte, ich müsste dem Mainstream folgen. In ebendiesem Moment zog auch ich die digitale Maske an und war bereits wenig später, ohne es zu bemerken, gefangen im digitalen Glashaus. All das kostete mich Aufmerksamkeit, Energie und  schließlich wertvolle Zeit.

Nachdem die Erkenntnis in mir gereift war, dass ich all das gar nicht brauche, und ich mich von diesen Plattformen abgemeldet hatte, konnte ich auch innerlich Ade zur digitalen Maske sagen. Seitdem spüre ich eine deutliche positive Veränderung in meiner Offline-Welt, sprich in der Realität. Nicht mehr abhängig vom Netz zu sein und nicht mehr darüber nachzudenken, wie und wo welcher Post bei der Community ankommt oder nicht, ist eine Freiheit, die ich vor Betreten der Online-Welt bereits besaß, die ich dann aber für eine Weile aus den Augen verlor.

Manchmal trügt der Schein vom „Influence“-Status, denn hinter den Kulissen steht dafür ein Preis, den viele mit schwindender Gesundheit, Stress, psychischer Belastung und einem Mangel an Zeit zahlen. All das wird nicht nach außen gezeigt, denn das wäre konträr zu der Leichtigkeit, die man in der Cyberwelt verkörpert.

Viele Kinder und Jugendliche wachsen heute in und mit der Cyberwelt auf. Und vielleicht wird es für sie niemals ein Entkommen geben. Letztlich ist die Dosis entscheidend und ein jeder sollte sich immer mal wieder die Frage stellen, ob er bestimmte Plattformen zum Leben braucht. Laut Studie mehrerer Institute verbringt der Nutzer durchschnittlich 3 Stunden pro Tag auf den sozialen Platzformen und dabei ist die reine Smartphone Nutzung nicht mitinbegriffen. Eine wertvolle Zeit, die Nutzer sicherlich anders nutzen könnten.


An dieser Stelle beende ich meine Gedanken und übergebe dem Leser den heutigen Impuls.
Bildnachweis: Pixabay

Verletzte Gefühle und kein Ausweg?

2019 ist noch frisch, und da erreicht mich die Nachricht, dass sich in Berlin eine Grundschülerin für den Weg in den Suizid entschieden hat. Wieder ist es der Tatort Schule, und wieder ist es ein junger Mensch, der noch sein ganzes Leben vor sich hatte und aufgrund von verletzten Gefühlen, verursacht durch andere, aufgegeben hat.

Es finden sich zahlreiche Artikel zu dem Vorfall. Hervorgerufen wurde das Leid durch Mobbing in der Schule. Ein zentrales Thema, das an Schulen nicht neu ist. Vor 25 Jahren war das „Ärgern“ schwächerer Schüler durch die „stärkeren“ keine Seltenheit. Was damals noch übersichtlich in Klassenräumen und Schulhöfen vonstattenging und nach der Schule aufhörte, hat heute eine ganz neue Dimension angenommen. Der Weg führt ins Netz, wo eben nach der Schule der „Terror“ weitergeht und die betroffenen Schüler meist so verletzt und gekränkt sind, dass sie sich im Sog ihrer Trauer innerlich abschotten.

So wird es wohl auch der beschriebenen Berliner Grundschülerin ergangen sein. Doch warum entscheiden sich gerade junge Menschen für den Freitod und suchen keine Hilfe bei entsprechenden Stellen? Dieser Frage möchte ich in dem heutigen Artikel nachgehen, zumal es sich hierbei auch um den Kernpunkt meiner Arbeit handelt.

Im ständigen Austausch mit Schülern verstärkt sich in mir das Gefühl, dass junge Menschen Emotionen oftmals für sich behalten. Auch ich gehörte einst zu den Schülern, die versucht haben, ihre verletzten Gefühle nach außen hin durch eine „Maske“ zu vertuschen, bis mir diese im Alter von 24 Jahren zum Verhängnis wurde und ich damit konfrontiert wurde, eine Lösung für meine Probleme zu finden.

Allein die Tatsache, dass das Gegenüber größer ist als man selbst und eine gewisse Autorität ausstrahlt, schürt die Furcht, und dieses Gefühl findet Einzug in die Seele des Betroffenen. Derartige Verletzungen gehen also auf das Seelenkonto, und je mehr es werden, desto größer wird die innere Wunde, ohne dass der Betroffene es bemerkt. Eines Tages jedoch meldet sich die verletzte Seele mit einer gewaltigen Welle an Emotionen, die den Betroffenen überrollt und an die Wand drückt. Begriffe wie „Depressionen“, „Burnout“ und andere sind das Resultat einer solchen Welle. Erwachsene Klienten suchen in den meisten Fällen erst dann den schwierigen Weg in die Behandlung, wenn ihre Kräfte erschöpft sind. Bei Kindern und Jugendlichen ist es noch schwieriger. Ihnen fehlt die Anleitung und sie müssen durch einen sensiblen Umgang mit dem Thema darauf vorbereitet werden, Gefühle zuzulassen und die oft massiv vorhandene Scham abzulegen. Es ist nicht schlimm, sich Hilfe von außen zu suchen, wenn es nicht mehr geht.

Mobbing wird es immer geben und gab es auch schon immer, ob in der Schule, am Arbeitsplatz oder in anderen Bereichen. Der erste Ansatz wäre, den Tätern und Opfern die Folgen von Mobbing zu verdeutlichen, damit der Teufelskreislauf ein Ende hat und keine weiteren (jungen) Menschen zum Opfer werden.

Falls du dich angesprochen fühlst, denk bitte daran: Es gibt immer einen Ausweg und es gibt immer Menschen, die dir helfen können. Auch anonym. An die folgenden Stellen kannst du dich rund um die Uhr wenden, wenn du seelische Schmerzen hast:

Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222. Auch ein Gespräch via Chat ist möglich. telefonseelsorge.de

Kinder- und Jugendtelefon: montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr unter 0800 – 11 6 111 oder 0800 – 111 0 333. Am Samstag nehmen die jungen Berater des Teams „Jugendliche beraten Jugendliche“ die Gespräche an. nummergegenkummer.de

Muslimisches Seelsorge-Telefon: 24 Stunden am Tag unter 030 – 44 35 09 821 zu erreichen. Ein Teil der Mitarbeiter vor Ort spricht auch Türkisch. mutes.de

Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Eine Übersicht über alle telefonischen, regionalen, Online- und Mail-Beratungsangebote in Deutschland gibt es unter suizidprophylaxe.de.

Quelle: tagesspiegel.de

Bild: pixabay

Thüringen

Voller Vorfreude und Begeisterung machte ich mich auf die Reise für meine dreitägige Lesereihe nach Thüringen in Zusammenarbeit mit dem Landesverband der Schulfördervereine e.V.. Die tollen Mitarbeiterinnen, haben mich über den gesamten Zeitraum meiner Lesereihe begleitet und sämtliche Organisationen bereits Wochen vorher übernommen.

Teil 1 – Spalatin Gymnasium Altenburg (Jena) | 200 Schüler
Hier bin ich kurz vor dem Lesungsmarathon von 5 1/2 Stunden mit der Schulleiterin Frau Birgit Kriesche vom Christlichen Spalatin Gymnasium in Altenburg (Jena). Offiziell ist dort auf der Schule Handyverbot, doch für den schnellen Schnappschuss hat sie eine Ausnahme gemacht.
Der Lesungsmarathon ging von 08:00 – 13:30 Uhr. In den Zwischenpausen waren die Journalisten mit Fragen dran. Es blieb mir lediglich die Zeit zur Wasserflasche zu greifen.

Teil 2 – Erfurt | 100 Schüler
Hier wurde der zweite Teil der Lesereise für mich sehr emotional, denn es war die Stadt Erfurt. Die Stadt, wo damals ein Schüler im Jahre 2002 den Amoklauf am Gutenberg Gymnasium vollzog. Als dies geschah, war ich damals 15 Jahre alt gewesen. Und heute nach 16 Jahren ist dieses Geschehen ebenfalls ein wichtiger Bestandteil meines Programms, sodass ich selbst an diesem Tag mehr als sonst gefordert.

Teil 3 – Kulturanum Gymnasium (Jena) | 100 Schüler
Und zu zuletzt, konnte ich die Lesereise wieder in Jena abschliessen.

Abschliessend kann ich sagen, dass die Reise nach Thüringen nicht nur ein voller Erfolg, sondern auch eine Bereicherung für alle Seiten gewesen ist, was sich am Ende jeder Veranstaltung in der Diskussion mit den Zuhörern bestätigt hat. Nicht nur die Schüler stellten interessante Fragen, sondern auch die anwesenden Lehrkräfte beteiligten sich stark.
Mit einem Gefühl der vollbrachten Leidenschaft, fuhr ich nach 3 Tagen wieder von Jena nach Köln und ich bin mir sicher, dass es nicht das letzte mal war. An der Stelle: Jena ist eine wunderbare Stadt mit viel Grün und Kultur für all diejenigen, die noch nicht da waren 😉

Grips Gewinnt

Nachdem ich die Einladung als Juror zur Vergabe des Schülerstipendium Programms „grips gewinnt“ erhielt, konnte ich meine Dankbarkeit kaum in Worte fassen. Nicht im Ansatz hätte ich an solch eine verantwortungsvolle Aufgabe gedacht, die mich eines Tages auf meiner Reise durchs Leben, heimsuchen würde.

Angekommen in Hamburg erwarteten mich zwei volle Tage mit unglaublich vielen Schicksalsschlägen von jungen Menschen, die ihren Weg bereits gehen und auf diesem Weg noch einen kleinen Wegbegleiter brauchen. Und da kommt das Programm ins Spiel. Es fiel mir nicht immer einfach aus der Vielzahl der herzberührenden Geschichten eine Auswahl zu finden, doch zum Glück war ich nicht allein im Plenum und hatte eine bereits erfahrene Jurorin stets an der Seite gehabt. Der Tag begann um 09:00 Uhr und endete jeweils um 19:00 Uhr. Ich nenne es die „Power Performance Day´s“.

Am Ende des beiden Tage, konnten wir alle mit einem ruhigen und guten Gewissen Hamburg verlassen. Schön war auch die Begegnung mit der deutschen Soldatin Nariman Reinke, die 2016 durch Ihren Standpunkt zum Thema der Flüchtlingsthematik eine klare Haltung zeigte und seit 2018 mit ihrem neuen Buch: Ich diene Deutschland – Ein Plädoyer für die Bundeswehr – und warum sie sich ändern muss, unterwegs ist.
 

 

 

 

 

 

 

Abschliessend bin ich der Joachim Herz Stiftung dankbar für die Einladung.

Meine Vision für Deutschland

Immer wieder höre und lese ich in letzter Zeit, dass junge Menschen mit psychischen Problemen insbesondere im Alltag unter den Folgen leiden. Aus einer kürzlich veröffentlichten Studie der Barmer Ersatzkasse geht hervor, dass die Anzahl seelischer Krankheiten wie Depressionen, Angststörungen, Panikattacken etc. bei jungen Menschen, explizit bei Studenten und angehenden Akademikern, in den kommenden Jahren sogar noch steigen wird. Der Vorstandsvorsitzende Christoph Straub hat hierzu entsprechende Zahlen und Fakten vorgelegt.

Für mich allerdings ist die neue Statistik keine neue Hiobsbotschaft mehr, da es bereits zu meiner Zeit als Kind und Jugendlicher etliche Betroffene im eigenen Freundeskreis gab, die Symptome der oben beschriebenen Krankheiten zeigten, aber niemand sprach darüber. Ich spreche hier von Ritzwunden bei Mädchen oder dem Konsum von Drogen bei Jungen. Auch ich war litt einst an emotionalen Verletzungen und schwieg bewusst darüber; zum einen aus Scham und zum anderen, um die Maske der „Coolness“ aufrechtzuerhalten. Das Thema der verletzten Seele bei Frauen und Männern wird in der stetig steigenden Leistungsgesellschaft auch heute noch totgeschwiegen. Dies fängt bereits in jungen Jahren in der Schule an, nistet sich unbewusst ein und festigt sich im Erwachsenenalter, ohne dass die Betroffenen sich dessen bewusst sind. Wer im Rennen nicht mit dabei ist, der verliert; so lautet die Formel, nach der die meisten Menschen das Wohl der Seele schnell außer Acht lassen. Dies ist kein Vorwurf, sondern das Ergebnis meiner Beobachtungen. Allerdings kann man im Wettbewerb mit anderen nur dann eine gute Leistung erbringen, wenn auch die innere Balance stimmt. Ansonsten meldet sich eines Tages die Seele mit einem Notruf, der dann von Ärzten und Therapeuten wie oben erwähnt betitelt wird.

Denken wir zurück an das Jahr 2002, nämlich an den Amoklauf auf das Gutenberg Gymnasium in Erfurt durch Robert S. Oder erinnern wir uns an das Jahr 2015 und den Flugzeugabsturz der Germanwings Linie 4U-9525 durch den Co-Piloten Andreas L. Nicht zu vergessen das Jahr 2016 und der Amoklauf von München durch David S. Bei allen drei Attentätern ging es um verletzte Gefühle und nicht verarbeitete Emotionen, welche jeweils in eine Depression mündeten, die unterschiedlich ausgeprägt zum Ausbruch kam.

Ich war fünfzehn Jahre alt, als ich vor dem Fernseher saß und von dem Massaker im Gutenberg Gymnasium erfuhr. Damals stellte ich mir die Frage, wie so etwas in Deutschland passieren kann und warum der neunzehnjährige Robert so gehandelt hat. Die Frage beschäftigte mich jahrelang, bis ich zu der Erkenntnis gelangte, dass auch ich einst ein Opfer unterdrückter Gefühle gewesen war, als ich nämlich das Chaos, das in meinem Zuhause herrschte, mit mir selbst ausmachte, anstatt mit jemandem darüber zu sprechen. Dieses Unterdrücken meiner Gefühle führte dazu, dass ich lange Zeit sehr aggressiv war und die Ursache meiner Aggression nicht kannte.

Um dem Wandel entgegenzuwirken, begann ich mit meiner Arbeit der Identitätsfindung an Schulen. Meine Vision für Deutschland ist es, so vielen jungen Menschen wie möglich ein emotionales Grundhandwerkszeug mitzugeben, auf das sie jederzeit zurückgreifen können, wenn eines Tages ihre Seele schmerzen sollte. Und dass es keine Amokläufe mehr an deutschen Schulen gibt! Um eine verständliche, moderne Sprache zu wählen, habe ich beschlossen, den Schülern einen Einblick in meine verletzte Seele als Kind, Jugendlicher und späterer Erwachsener zu geben und wie ich es geschafft habe, mich aus dem Strudel der verletzten Gefühle zu befreien und diese zu heilen. Die Schüler sollen sehen und erkennen, dass es nicht falsch ist, wenn man zu seinen Gefühlen steht, anstatt sie zu unterdrücken. Ich behaupte nämlich als ehemaliger Betroffener, dass die Entstehung und Entwicklung von emotionalen Verletzungen frühzeitig verhindert werden kann.

Erfahrungsbericht – Zur Lesung mit Vortrag und Diskussion

Dankbar die Aktion „Wohnzimmerlesung“ von Autorenhelfen in Kooperation mit DocMobile e.V. unterstützt zu haben. 
 
Wohnzimmerlesung mit Deva Manick – Ein Erfahrungsbericht
 
Wenige Tage vor Weihnachten hörte ich in der Bücherzeit des Deutschlandfunk von der Initiative „Autoren helfen“ und der Möglichkeit gegen eine Spende eine Wohnzimmerlesung verschenken zu können. Menschen helfen und ein einzigartiges Geschenk verschenken – eine wunderbare Kombination.
 
Ganz beeindruckt von der Vielzahl von Autoren, die ihre Zeit schenken und mitmachen, war schnell Deva Manick gefunden, dessen Buch „Im Glashaus gefangen zwischen Welten – Ein Leben zwischen zwei Kulturen“, nicht nur ein Bezug zu aktuellen Themen, sondern auch viele neue Einblicke versprach. Dass mit der Wohnzimmerlesung nicht nur die direkt Beschenkten, sondern auch eingeladene Freunde beschenkt werden konnten, ein weiterer schöner Aspekt.
 
Mit einer Email an „Autoren helfen“ angefragt, hat sich Deva Manick schon kurze Zeit später telefonisch gemeldet und nach einem sehr freundlichen Gespräch die Lesung zugesagt. Nachdem ein passender Termin gefunden war, konnten Freunde eingeladen und der Abend der Lesung geplant werden.
 
Den Ablauf stellten wir uns so vor, dass der Autor verschiedene Abschnitte aus seinem Buch vorliest und im Anschluss kurz über die Entstehung und den Prozess des Schreibens spricht. In einem letzten Gespräch vor der Lesung klärte uns der Autor auf, dass es keine klassische Lesung wird. Eine Mischung aus Lesung, freiem Sprechen, Einspielung von Musik und anschließender Diskussion würde uns erwarten. Welch spannende Aussicht.
 
Durch die offene, herzliche und einnehmende Art des Autors ergaben sich bereits vor Beginn der Lesung die ersten guten Gespräche und so erwarteten wir mit rund 30 Gästen mit Spannung den Beginn.
 
Die Lesung stand unter der Frage „Wer bin ich wirklich“. Eine Frage, die sich sicherlich nicht nur Menschen stellen, die zwischen zwei Kulturen aufwachsen. So ein Gast der Lesung: „Auch mit 80 Jahren stelle ich mir diese Frage noch.“
 
Bereits den Einstieg in die Lesung gestaltete Deva Manick so eindrücklich, dass es ihm gelang uns von der ersten Minute an in seinen Bann zu ziehen.
 
Die Abwechslung von Lesen und freiem Sprechen ließen den Inhalt lebendig werden. Die gelesenen Abschnitte des Buches wurden durch die persönlichen Erzählungen klarer und eindringlicher. Es wurde sehr deutlich, der Autor liest keine Geschichte, er erzählt uns aus seinem Leben. Auch die schwierigsten Zeiten sparte er dabei nicht aus.
Mit diesem Blick in seine Geschichte gibt er uns die Möglichkeit zu verstehen welchen Konflikten er als Mensch, der zwischen zwei Kulturen aufwuchs, ausgesetzt ist und wie dies sein Handeln beeinflusst. Diese Einblicke sind echt, nah, erschütternd und extrem authentisch.
 
Inspirierend und motivierend leitete er in den letzten Teil der Lesung. Deva Manick beschreibt uns, wie er trotz schwieriger Voraussetzungen seinen eigenen Weg in ein selbstbestimmtes Leben gefunden hat. Damit macht er nicht nur Menschen mit ähnlicher Biographie Mut, sondern jedem der eine schwierige Lebensphase durchquert.
 
In der anschließenden Diskussion wird deutlich, dass sich viele in einzelnen Situationen wiedererkennen, etwa in der Beschreibung der Erwartungen der Eltern an die eigenen Kinder. Auch mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen sind wir uns in vielen Erfahrungen nicht fremd.
 
Wir haben an diesem Abend einen tiefen, sehr privaten Einblick bekommen, mit Eindrücken, die sonst im verborgenen bleiben. Mit Deva Manicks Blick hinter die Kulissen müssen wir eigene Einschätzungen und Urteile neu überdenken und anerkennen welche Herausforderungen es für Menschen bedeutet, die zwischen zwei Kulturen aufwachsen. Viele haben Gespräche über den Abend der Lesung hinaus mit nach hause genommen.
 
Die Lesung hat unsere Erwartungen weit übertroffen und uns auf vielfältige Weise bereichert. Wir hoffen, dass die Aktion weitergeht und viele Menschen eine Wohnzimmerlesung erleben können.
 
Unser besonderer Dank geht an Deva Manick, der die Spende an Doc Mobile e.V. möglich gemacht hat, indem er uns seine Zeit für eine Wohnzimmerlesung geschenkt hat. Darüber hinaus den Weg nach Aachen auf sich genommen und in einer sehr eindrucksvollen Weise von seinen ganz persönlichen Erfahrungen berichtet hat. Wir werden die Lesung noch lange in Erinnerung behalten.
 

Ein herzliches Dankeschön richtet sich auch an das Team von „Autoren helfen“, die dieses Geschenk erst ermöglicht haben. Wir sind wirklich beschenkt worden.

Familie Thoren, Aachen

Programm mit Klavier

Thema: Identitätsreise– „Wer bin ich wirklich?”, wenn man in der Kindheit und Jugend zerissen ist
Stil: Vortrag mit Lesung | Klavier und Diskussion
Klavier: In Begleitung der neuseeländischen renommierten Pianistin Deborah Rawlings, erhält die Lesung klassische Klänge für die Sinne. Anbei ein Auszug aus den Stücken:
Waiting for the Aeroplane-J. Psathas
wasserklavier – L. Berio
Novelette Nr. 3 in e-moll – F. Poulenc
Bagatelle in h-moll, Op. 126 Nr. 4 – L. van Beethoven
Etüde in f-moll, Op. 10 Nr. 9 – F. Chopin
Aufschwung, Op. 12 Nr. 2 – R. Schumann

Der Vortrag beginnt mit dem Einstieg in meinen damaligen Status als „Rüpelschüler“. Anschließend werde ich mich chronologisch durch meine Jugend bis zum Erwachsenenalter vorarbeiten und dabei in den Fokus stellen, welche Hürden ich überwinden musste, um letztendlich meine Ziele zu erreichen. Hierzu werden als Belege Passagen aus dem Kapitel vorgelesen.

Aus der Sicht eines Betroffenen erhalten die Zuhörer einen Einblick in die Seele eines ehemaligen Betroffenen, der einst zwischen den Welten wanderte.

Für Anfragen in Begleitung mit Klavier mit der Pianistin Deborah Rawlings, bitten wir um einen Voraus von min. 8 Wochen.
Gespielt kann ausschließlich auf einem Flügel – Kein E-Piano.
Kontakt: info@imglashaus.com